Bedroht künstliche Intelligenz unsere Jobs?


Autos fahren autonom, Roboter generieren journalistische Nachrichten, Alexa bestellt automatisiert Produkte und viele stellen sich die Frage: Bedrohen Computer und künstliche Intelligenz unsere Zukunft? Ist auch mein Job durch die neuen Technologien in Gefahr?

Und das nicht ohne Grund. Genau genommen: Jeder zehnte Arbeitsplatz ist (zukünftig) von Computern und künstlicher Intelligenz bedroht. In der Theorie sind dabei über acht Millionen Menschen in Deutschland betroffen. Das geht aus einer Studie mit insgesamt 500 befragten Unternehmen des IT-Verbands Bitkom hervor.

Fordert die Digitalisierung unsere Jobs?

Knapp 60 Prozent der Helferberufe sind von der Digitalisierung betroffen. Sogenannte Expertenberufe sind mit knapp 25 Prozent weniger gefährdet. Neben Banken, Versicherungen sowie Berufe der Chemie- und Pharmabranche wird auch der Verkehrssektor und der Logistikbereich von den Veränderungen beeinflusst.

Durch KI gefährdete Berufe im Beförderungssektor

Doch nicht nur Jobs in der Lagerwirtschaft und Kraftfahrzeugführer sind von der künstlichen Intelligenz betroffen, auch Anwälten drohen durch automatisierte Prozesse berufliche Veränderungen.

Ist KI schon leistungsfähiger als Juristen?

Zuletzt zeigt ein Vergleich der Lawgeex-KI mit insgesamt 20 US-Anwälten und der Aufgabe Verträge zu analysieren, dass die künstliche Intelligenz nicht nur wesentlich schneller, sondern auch deutlich effizientere Ergebnisse liefert. Während die KI innerhalb von 26 Sekunden und einer Genauigkeit von 94 Prozent abschließt, benötigen die Anwälte durchschnittlich 92 Minuten und liefern Ergebnisse zu 85 Prozent genau.

Hinzu kommen außerdem jegliche Art von Recherche und persönlicher Assistenz durch das automatisierte Buchen und Planen von Terminen. Schaut man sich nun die Bedrohung für vereinzelte Jobs genauer an, fällt auf: es geht nicht nur darum, dass einzelne Berufe vollständig ersetzt werden.

Sollten wir Angst vor KI bekommen? — via GIPHY

Vielmehr verändern sich durch Digitalisierung und künstliche Intelligenz vordergründig die Arbeitsabläufe. Es gehen somit nicht nur Jobs verloren, es bieten sich auch neue Chancen. Wie können Sie sich also auf die Veränderungen durch die Digitalisierung vorbereiten und diese für Ihr Unternehmen nutzen?

Digitalisierung bietet auch Chancen

Wofür ein Computer wenige Sekunden benötigt, steckt eine menschliche Arbeitskraft mehrere Stunden, Tage oder Wochen in die gleiche Arbeit. Was zunächst nach einem negativen Aspekt für einige Arbeitsplätze aussieht, entpuppt sich auch als Chance. Digitalisierung vereinfacht Routinetätigkeiten und schafft Zeit für wichtigere Dinge, wie auch das Beispiel der Anwälte verdeutlicht.

Eine Sicherung der eigenen Arbeitsplätze bietet die Tatsache, dass entscheidende Prozesse auch in Zukunft nicht (vollständig) von künstlicher Intelligenz ersetzt werden können. Nicht nur ethische und rechtliche Aspekte sprechen dagegen, auch Kosten spielen eine große Rolle. Denn: nicht in allen Fällen ist die künstliche Intelligenz besser und günstiger als die menschliche Arbeitskraft.

KI gewinnt nicht in jedem Fall gegen die menschliche Arbeitskraft — via GIPHY

Wie kann ich mein Unternehmen auf die Veränderungen vorbereiten?

Cloud- und Big-Data-Lösungen, welche die Informationsflut minimieren und einen Überblick verschaffen, ermöglichen Unternehmen in Zeiten der Digitalisierung einen Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz. Auch mit der Integration der Kunden in den Entwicklungsprozess Ihrer Produkte lässt sich die Digitalisierung für Ihr Unternehmen nutzen.

Präventiv dienen außerdem insbesondere Aus- und Weiterbildungen sowie Akzeptanz der künstlichen Intelligenz als Sicherung des Arbeitsplatzes. Hinzu kommen mobile Unternehmenssoftware und externe Spezialisten, die Sie dabei unterstützen, die Digitalisierung voranzubringen.

Auch Dominik Sattler, Gründer des Gorilla CRM, passt sich den Zeiten der Digitalisierung an und ist sich sowohl den Herausforderungen als auch den Möglichkeiten bewusst. Realistisch betrachtet werden in Zukunft repetitive Stellen wegfallen, doch auch neue Arbeitsplätze entstehen. Er sieht im Mitdenken und im fortlaufenden Lernen die Möglichkeit mit den Veränderungen mitzuhalten. „Wo sich die eine Tür schließt, öffnet sich eine andere. Es liegt nur an jedem Einzelnen daran, etwas daraus zu machen.”

60-Sekunden-Kurzfassung:

Computer, künstliche Intelligenz und die Frage, ob Digitalisierung die Zukunft bedroht, sind schon lange ein Thema. In einigen Bereichen sind Arbeitsplätze bedroht, in anderen Branchen schafft die Digitalisierung neue Jobs.

Wettbewerbsvorteile werden dabei insbesondere durch Aus- und Weiterbildung sowie einer lösungsorientierten Betrachtungsweise geschaffen. Dabei wird das Handeln jedes Einzelnen in den Vordergrund gestellt und welche Vorteile aus dem Wandel zur Digitalisierung gezogen werden können.